Sonntag, 27. Mai 2018

Video Teil 1 der Überführung


Der Plan:
Verhole die Illub in 10 Tagen von Wismar nach Warten (Friesland NL). Das wir nicht die ganze Strecke schaffen, kann ich Euch schon mal vor weg nehmen. Den erst findet Ihr selber heraus :-)





Danke an meine Leichtmatrosen Lukas, Janosch und Simon! Es ist immer schöner gemeinsam unter Wegs zu sein und in Momenten da man friert und müde ist, seid Ihr mir eine reisen Motivation :-)


Donnerstag, 5. April 2018

Helgoland

Donnerstag 05.04.2018
Wir legen einen Hafentag ein und ich finde mich mit der Situation ab, Holland nicht mehr zu erreichen. Der Wind bläst mit 7-8Bf aus West. Erstens ist das zu viel Wind und zweitens aus der falschen Richtung. Da kann man nichts machen. Wir spazieren auf der Insel umher und finden uns zum „Mittagessen“ im Felsenkrug ein. Auch hier auf Helgoland hat die Saison noch nicht so recht begonnen. Stege und Anleger liegen noch an Land, Restaurants haben zu und Matjes sind schwer zu bekommen! Es kostet uns etwas Überredungskunst, bis wir den Wirt vom Felsenkrug überredet haben etwas für uns zu organisieren. Eigentlich hat es Matjes und Co. auf der Karte stehen, muss aber in unserem Fall seinen Gehilfen auf Beschaffungstour schicken, damit es klappt. Simon und ich vertreiben uns die Zeit mit Gerstensaft und ein wenig Philosophie.
An dem einzigen Steg liegt neben der Illub noch ein Schweizer, ein Brunsbüttler und eine 22 Fuß Fahrtenyacht aus Hamburg. Gesegelt wird sie von Christoph, der letzten Herbst nach 1,5 Jahren Karibik wieder zurück nach Hause kommt. Es hatte im Oktober nur bis Holland gereicht und so muss er den letzten Meter jetzt noch zurücklegen. Ich bin fasziniert von seiner Profi-Windsteueranlage und interessiere mich natürlich auch für die Atlantiküberquerungsgeschichten und die Karibik. Highlight ist aber die Windfahne (eine „Windpilot“ für mehr als 2000€) von der ich mir die Funktionsweise genau abschaue. Meinen Eigenbau habe ich leider noch nicht zum Laufen gekriegt. So habe ich aber wieder Ideen an welchen Stellschrauben ich drehen könnte. Im Grunde funktioniert nämlich alles; nur dass die Illub eben doch (noch) aus dem Ruder läuft… Das bekomme ich diese Saison aber noch in den Griff!!!




Freitag 06.04.2018
Helgoland – Hooksiel

Freitag, 6. April 2018 08:05 MESZ
Entfernung: 69,3 km
Dauer: 9 Stunden, 6 Minuten und 54 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,6 km/h

Um 8:00h werfen wir die Leinen los. Vor uns liegen 32sm bei leichten umlaufenden Winden. Es ist von vornherein klar, dass wir den Motor werden benutzen müssen um rechtzeitig zum Hochwasser um 17:00h bei der Schleuse zu sein. Endstation bis Pfingsten wird Hooksiel. Die Fahrt ist gemütlich, fast schon warm, und der Leichtmatrose Simon bleibt gesund. Alles wie es sein soll.
Um 17:00h machen wir fest in Hooksiel.


 Im Felsenkrug



 Die lange Anna








Ein letztes Fischbrötchen auf dem Weg nach Köln

Dienstag, 3. April 2018

Auf nach Helgoland


Dienstag 

Ein recht unspektakulärer Hafentag. Morgens ist es grau und regnerisch. Gegen Mittag klart es auf, so dass ich mich in die Stadt begeben und ein paar Besorgungen machen kann. Die Teelichter und der Brennspiritus sind leer! Heiße Getränke und Kerzen zum Heizen sind definitiv begehrter als im Sommer.
Simon findet mich bei der Post. Ich habe dem netten Hafenmeister von Brunsbüttel aus versehen den Waschraumschlüssel nicht wiedergegeben. In meiner Aufregung auszulaufen habe ich den glatt mit nach Cuxhafen genommen. Weil ich in Brünsbüttel weder Liegegeld, noch Pfand für den Schlüssel abgeben musste, finde ich es doppelt wichtig, dass der Schlüssel den Weg wieder zurück findet.
Gegen 18:00h sind wir zurück auf der Illub und besprechen das nötigste. Ich komme mir schon ein bisschen pedantisch vor, weil alle meine Leichtmatrosen die Einweisung und spätere Erinnerungen von mir bekommen (müssen). Simon hat Verständnis, denn es ist eben so: der Platz ist begrenzt und die allermeisten Gegenstände haben eben genau einen Platz wo sie sinnvoll und Praktisch aufgehoben sind…


Mittwoch 04.04.2018

Mittwoch, 4. April 2018 06:24 MESZ
Entfernung: 71,2 km
Dauer: 13 Stunden, 25 Minuten und 49 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5,3 km/h

Endlich geht es weiter. Unser Wecker geht um 4:15h denn wir wollen früh los. Der Tag bringt Westwind, der später auf Süd dreht. Hochwasser ist um 5:00h und wir wollen mit dem einsetzenden Ebbstrom auf die Nordsee raus und mit „Anschwung“ nach Helgoland.
Als der Wecker uns das aufweckt erscheint der Plan um 5:00h auszulaufen doch nicht mehr so gut denn der Wind pfeift doch noch gehörig mit 5Bf. Außerdem ist es noch stockfinster und Simon und ich sind noch nie zusammen gesegelt (Simon überhaupt noch nicht). Da erscheint es mir nicht vernünftig im Dunkeln bei Windstärke 5 die erste Fahrt zu machen. Also trödeln wir beim Aufstehen und nehmen uns Zeit für ein gutes Frühstück.
Um 6:00h lasse ich dann den Motor an und um 6:30h sind wir unter vollen Segeln auf dem Wasser. Die Sonne kommt heraus und wir freuen uns über einen guten Start. Der Wind ist in zwischen etwas abgeflaut und so geht alles ganz sicher und ruhig von statten.

Am späten Vormittag lässt der Wind dann fast ganz nach. Wir haben aber Zeit und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen. Insgeheim kommt uns die Flaute ganz gelegen. Leichtmatrose Simon war zuvor etwas seekrank und hat jetzt die Gelegenheit, bei langsamer Fahrt und ruhigem Wasser, sich an die Seefahrt zu gewöhnen. Das klappt auch ganz gut, so dass er ab 12:30h wieder als Rudergänger arbeiten kann. Um 16:30h machen wir fest auf Helgoland. Ein herrliches Gefühl; trotz Regen. Simon genießt den festen Boden und ich das ersegeln unserer einzigen Hochseeinsel. Ein Vorhaben, dass 2015 an den Terminen meiner anderen Leichtmatrosen gescheitert ist.












Freitag, 30. März 2018

Überführung von Wismar nach Holland "NOK bis nach Cuxhaven"










NOK

Freitag, 30. März 2018 09:51 MESZ
Entfernung: 58,7 km
Dauer: 7 Stunden, 14 Minuten und 46 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 8,1 km/h

Der Kanal ist lang und die Illub langsam. Ich bin mir nicht sicher ob ich es schaffen kann in einem Tag den kompletten Kanal zur durchqueren. Ich bin aufgeregt. Außerdem habe ich schlecht geschlafen. Es war noch kälter als die Nächte zuvor und meine Sprayhood, die Kuchenbude und alle Leinen an Bord sind komplett vereist. Da ich als Sportboot nur bei Tageslicht den NOK befahren darf warte ich bis 6:40h um den Motor zu starten. Der will wegen der Kälte aber nur mühsam in Gang kommen und hustet den ganzen Hafen voll. Ich bin froh dass es nicht Sommer ist und der Hafen voll mit Leuten, die sich über die dicken Qualmwolken und den Lärm am frühen Morgen beschweren könnten. Ich höre den Funk ab, um im Bilde zu sein, was sich gerade an der Schleuse tut. Seit einigen Jahren ist der Teil für die Sportboote defekt und man schleust mit den dicken Pötten in einer der beiden großen Kammern. Vor ein paar Wochen im Februar ist dann so ein dicker Pott mit Vollgas in das Schleusentor gedonnert, so dass nur noch eine einzige Schleusenkammer zur Verfügung steht.
Um kurz vor 7:00h will ich die Leinen loswerfen. Das ist gar nicht so einfach, da die Feuchtigkeit in den den Seilen zu Eis gefroren ist und alles sehr steif ist und die Arbeit mühsam macht. Hinzu kommt, dass ich alle mitgebrachten Anziehsachen gleichzeitig trage: 5 Hosen, 6 Oberteile, 3 Paar Socken, Handschuhe, Buff und Mütze plus Schwimmweste. Ich bin also nicht besonders gelenkig, das Schiff aber dafür um so rutschiger. Während ich so mit den Festmacherleinen kämpfe, die ja gleich in der Schleuse wieder ordentlich und benutzbar sein sollen, macht es „klack“ und das Funkgerat löst sich von der Schwimmweste. Ich kann die Antenne noch berühren, sie rutscht mir aber durch die steifen Finger, es macht „plopp“ und die Funke ist „auf Tiefe gegangen“. Weg. Kannste nix machen! Ich steh‘ daneben und ringe um Fassung. Irgendwas geht ja immer schief! Leider wird  das Funkegerät, dass seltenst im Einsatz ist, gerade heute gebraucht. ...und wie schnell das geht. Zack! Und es ist vorbei. Klar liegt es „nur“ 2m tief in einem 2m Umkreis aber für mich ist es für immer weg. Ich Ärgere mich. In der Vergangenheit war der Platz an der Schwimmweste vor meiner Brust richtig gut. Ich konnte hantieren ohne das das Ding im Weg war und hatte immer ein gutes Ohr darauf. Aber das hilft mir jetzt nicht weiter. Weiterfahren hilft weiter. Also Leinen Los!

Vor der Schleuse kann ich jetzt nicht mehr hören was passiert. Aber ich kann es sehen. Wie auf einer Perlenkette reihen sich die wartenden Kontainerschiffe. Natürlich werden die Pötte zuerst abgefertigt. Es dauert 2 Stunden, bis wir endlich dran sind. Ganz hinten in der Schleuse ist noch ein winziger Platz frei. 6 dicke Pötte und 3 Yachten werden geschleust. Um 10:15h komme ich endlich, nach drei Stunden warten, im NOK an. Keine Chance die 40sm jetzt noch bei Tageslicht zu bewältigen. Aber egal erstmal zusehen, dass ich weiter komme und wieder warm werde. Das lange Warten hat mich ganz ausgekühlt, es war immerhin Eis auf der Förde! Der Tag verspricht aber Sonnenschein und zwei Std. später pelle ich mich aus den vielen Anziehsachen, hänge mal wieder Dinge zum Trocken an mein „Zigeunerschiff“ und fahre fröhlich über das ruhige Wasser des Kanals.
(Bitte versteht mich und den Ausdruck „Zigeunerschiff“ richtig. Mir liegt es fern Sinti, Roma oder wen auch immer zu diskriminieren. Ich verbinde mit dem Wort ein bilderbuchartiges, Holzenplotz-Aussehen, bunt, frei und etwas verrückt. Die Illub eben :-)

Um 13:30h passiere ich die Raderinsel bei Rendsburg. Dort habe ich den ersten Winter verbracht, möchte aber auf keinen Fall dort festmachen. Die raffgierige Hexe der Insel hat mir den Hafen verleidet. Übrigens habe ich viele ( genau 7!) andere Segler getroffen, die genauso über Uta Schreiber denken.
Um 17:00h mache ich fest im Gieselau Kanal. Direkt vor der Schleuse, die ich im Sommer 2015 mit meinem Vater passiert habe, als wir von Tönning aus die Eider entlanggeschippert sind. Die Sonne Scheint, es ist windstill und ich habe fast schon sommerliche Gefühle. Zur Belohnung der fahrt bis hier und in guter Familientradition genehmige ich mir einen „Grünen“ und lass mir die Sonne ins Gesicht scheinen.
















Samstag 31.03.2018

Samstag, 31. März 2018 08:00 MESZ
Entfernung: 43,5 km
Dauer: 10 Stunden, 3 Minuten und 18 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4,3 km/h

Genies die Sonne wenn sie da ist. Heute ist wieder alles grau. Um 8:00h tuckere ich wieder auf dem Kanal. Es passiert im Grunde nichts und ich hänge meinen Gedanken nach. Ab und an begegnen mir andere Schiffe aber es ist wenig los und ich muss nur aufpassen, wie die Fähren gerade fahren wollen. Am Ende muss ich kein einziges mal Abbremsen, Kurs ändern oder so :-)
Brunsbüttel kommt näher und ich weiß nicht wie es läuft. Weder ob ich heute Ausschleusen möchte (laut Karte gibt es einen Hafen), noch wie das Schleusen überhauft läuft. Gibt es hier eine Kammer nur für Sportboote, wie es in Kiel eigentlich hätte sein sollen? Müssen wir warten bis draußen auf der Elbe genug Wasser ist? Welchen Funkkanal nutzen die an diesem Ende? ...ach ja, meine Funke ist ja im Hafenbecken in Kiel geblieben…
Aber das Glück ist auf meiner Seite. Es warten bereits 3 Segler auf Einfahrt, hab außerdem habe ich eine gute Vorstellung was die Lichtsignale bedeuten sollen und ein Frachter kommt auch schon angefahren. Sobald der Frachter fest in der Schleuse ist, erscheint ein weißes unterbrochenes Licht auf der Backbordseite der Schleuse und wir dürfen auch einfahren. Ein schneller Blick zu den den anderen Seglern zeigt, dass wir an Backbord festmachen sollen. Fender und Leinen werden klar gemacht und ich komme mir etwas doof vor. Die andere drei sind große Crews 4-6 Mann pro Schiff und gehören zum Hamburger Segelverein. Mein Schiff ist nicht so doll aufgeräumt und mein Manöver auch nicht so elegant. „Egal!“ sage ich mir. Immerhin bin ich "auf Fahrt" und die machen ‚nur‘ ein Ostertörn.
Auf der Elbe bin ich beeindruckt vom Wind, Regen, der Strömung und dem Seegang. Bis Cuxhaven sind es ca. 15sm, das Wasser läuft gerade ab und der Wind kommt südlich. Die Bedingungen sind gut. Egal denke ich mir. Ich will in den nächsten Hafen und mich innerlich auf die Nordsee einstellen und dann erst rausfahren, statt anders herum.
Der alte Hafen von Brunsübttel ist ein langer enger Schlauch, dem bei Ebbe das Wasser zum großen Teil fehlt. Etwas angespannt wage ich mich hinein und rechne ständig damit im Schlick stecken zu bleiben. Nichts passiert und ich mache am Gaststeg fest.
Geschafft! Die Nordsee ist erreicht.
Es ist erst 14:30h und so kümmere ich mich noch etwas ums Schiff. Besonders die Dieselvorräte müssen nach der langen Kanalfahrt aufgefüllt werden.









Ostersonntag 01.04.2018

Sonntag, 1. April 2018 13:55 MESZ
Entfernung: 52,4 km
Dauer: 6 Stunden, 6 Minuten und 16 Sekunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 8,6 km/h

Um 8:00h sehe ich den Hafenmeister mit seinem Fahrrad. Es ist offizieller Saisonbeginn und ich mache mich auf mein Liegegeld zu zahlen. Davon will Adolf aber nichts wissen. Statt dessen kocht er Kaffe und wir schnacken gute 2,5Std bei ihm im Büro. Ab und zu schauen andere Vereinskollegen herein und ich habe das erste mal richtige Cruising-Gefühle. Mit der Illub auf Langfahrt.
Dann will ich herausbekommen wie denn die Einschätzung ist heute nach Cuxhaven zu segeln und wie der Hafenmeister das angehen würde. Der Wind steht auf NW, was doof ist bei einer Fahrtrichtung von NW. Ab 16:00h setzt die Ebbe ein und die Strömung kentert, gleichzeitig wird der Gegenwind immer heftiger. Ab wann fahre ich am bessten raus? Das ist die große Frage. Die Antworten, die ich bekomme, bedeuten nichts: „Eine Stunde nach Niedrigwasser kannst Du unsere Fahrrinne schon benutzen. Und wenn der Wind aus NW kommt musst Du halt Kreuzen.“
Was das Bedeutet werde ich gleich herausfinden.
Um 14:00h laufe ich aus. Ich bin ein wenig nervös und Wundere mich direkt über die Wucht der Strömung, als ich die Segel hisse. Ich benötige zwei Anläufe um währenddessen nicht auf eine Sandbank gespült zu werden. Als ich dann loskreuze komme ich in der ersten Stunde ganze 2,5sm weit. Und dass obwohl ich mit der doppelten Geschwindigkeit durchs Wasser rausche. Außerdem hatte ich gedacht mit einem Kreuzschlag (Zick-Zack-Kurs) viel weiter zu kommen. In der Planung hatte ich die erste Wende bei Otterndorf fahren müssen. In der Realität habe ich dort zum sechsten Kreuzschlag (12te Wende) angesetzt.
„Meine Zeit wird kommen!“ war das Matra des Tages. Ich wusste ja das ab 16:00h die Tide kentert und die Strömung für mich arbeitet. Das Wetter war klar und sonnig also kein Grund umzukehren. Der Wind frischt immer weiter auf, die Fahrt dauert immer länger und ich habe in manchen Momenten Mühe meine gute Laune nicht zu verlieren.
In den ersten 2 Stunden habe ich weniger als 4sm in die gewünschte Richtung zurück gelegt, also gerade mal ein Viertel!

Distanz laut Karte: 15sm
Gefahrene Distanz: 28sm
Durchschnittsgeschw.: 5kn
Törn Dauer: 6 Std.


Die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit habe ich nur am Ende gegen 18:00h herausgeholt, als ich mit dem starken Wind und der Strömung mit 9kn über Grund gerauscht bin.
Alles in Allem ein sehr sportlicher Tag der eine sehr wichtige Lektion der Nordsee wieder ins Gedächtnis gebracht hat:

FAHRE IMMER MIT DEM WASSER

Egal ob der Wind gegenan steht. Fahre nie gegen die Strömung. Das macht einfach keinen Sinn. Wer das Wattenmeer kennt, der kann sich diese riesigen, unglaublichen, unfassbaren Wassermengen ein wenig vorstellen, die innerhalb von 6 Stunden rein und raus schwappen. Wenn Du da gegenan möchtest, wirst Du klein, kleiner am kleinsten. Du hast einfach keine Chance.
Mit dem letzten Tageslicht mache ich in Cuxhaven fest, allerdings nicht ohne eine Ehrenrunde durch den Fischerhafen und den Fährhafen. Dann endlich habe ich die richtige Einfahrt gefunden und kann im komplett leeren Sportboothafen festmachen. Ok ich gebe es zu, es liegen drei weitere Boote im Wasser. Der Eigner von der „Zacki“ hat mir ganz stolz erzählt, dass er in der Zeitung war weil er als erster im Wasser war (Vorgestern oder so). Ich muss ein wenig schmunzeln, bedanke mich für die Hilfe beim Anlegen und verziehe mich unter Deck. Essen und Telefonieren. Meine liebe Frau macht sich schon sorgen, da es dunkel ist und ich immer noch nichts habe hören lassen. Es tut gut, das jemand auf mich aufpasst.


Ostermontag 02.04.2018

Ein herrlicher Morgen. Mir tun die Knochen weh. Das war schon sportlich gestern. Hat auch niemand sonst gemacht. Die drei Segler, die ich gesehen habe sind mir alle entgegen gekommen. Gemütlich vor dem Wind, mit der Störmung, Termokanne und Kleinkind im Cockpit und ab dafür. Ich hingegen stand mit 30°-40° lage in der Gischt und habe eine Wende nach der anderen gefahren. Dazu immer schön gucken was die dicken Pötte und Piloten machen, deren Fahrwasser ich ständig kreuze… naja.
Heute wird entspannt. Lange im Bett bleiben, gutes Frühstück und dann Wäsche Waschen, aufräumen usw. Morgen kommt Simon an Bord und wird mit mir bis zum Wochenende versuchen rauszuholen was geht. Das eigentliche Ziel Warten in Holland, kann ich knicken. Emden wäre ein Traumziel, allerdings auch recht weit…. mit 87sm von Helgoland aus gesehen wahrscheinlich zu weit.
60sm nach Borkum
40sm nach Norderney
Mal gucken was daraus wird. Hängt auch stark vom Wetter ab. Am Ende bleibe ich da, wo ich bleibe – hilft ja nichts.
Außerdem gibt es immer eine Lösung :-)