Liebe Leute
ich hatte meine Texte etwas zurück gehalten, damit ich sie noch mit Bildern versehen kann. Leider habe ich ein rätselhaftes Problem beim Auslesen der Speicherkarte und komme nicht mehr an meine Fotos. Die Handybilder kann ich auch nur mit einer sehr guten WWW Verbindung verwalten und so müssen wir eine Weile lang ohne visuelle Stimuli auskommen. Ich weiß das ist hart in unserer heutigen Zeit und die "Leserinnen und Leser" die nur Bilder geguckt haben müssen sich halt was Langweilen.
LG, Torsten
Karte aktueller Fahrten: https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1j2C0iNXXNKIz919LZGJe7NKXQ7hONEaw&ll=54.11209890139422%2C9.67057066038251&z=9
Montag, 17. August 2015
Tag 57 Warten in Wackerballig
Es Gewittert mich
wach. Undefinierte Blitze erhellen den trüben und feuchten Morgen und es bläst
eine steife Briese. Ich mache es mir im Schiff gemütlich und lese.
Die Internetsituation kostet mal wieder viel Zeit und Ausdauer, denn
ich muss in der Nähe des Hafenbüros im Regenschatten auf dem Steg
sitzten um überhaupt eine Verbindung zu haben.
Ich mache mich an diesem Vormittag auch ernsthaft daran, einen Platz im Winterlager für die Illub zu finden. Nach einigen Telefonaten und Internetrecherche habe ich mich für den "Yachtservice Schreiber" auf der Rader Insel im NOK bein Rendsburg entschieden. Ausschlaggebend waren Preis und Bauchgefühl. Letztendlich mache ich dies ja auch zum ersten Mal und muss einfach entscheiden und ausprobieren.
Nachmittags mache
ich mich auf um mit meinem Rad das Dorf zu erkunden. Viel gibt es
nicht zu sehen in Wackerballig und Gelting. Der Campingplatz und die Marina sind die
größten Einrichtungen. Es gibt eine Schule, einen Lidl und einen
Bäcker. Als besonderes Highlight gönne ih mir einen Besuch in der
Sauna von der Geltinger Marina. Diese liegt in Sichtweite von
Wackerballing, da ich dort aber schon mal 2013 mit Sarah gewesen bin
habe ich eben Wackerballing ausprobiert. Auf dem Gelände der Marina
hat sich eine Physiotherapeutin niedergelassen, die auch Sauna und
Solarium betreibt. Obwohl weit außerhalb des Ortes, scheint das zu
funktionieren. An sonsten ist nicht viel los wie man sehen kann.
Das Highlight des Tages
Sonntag, 16. August 2015
Tag 56 Ein Tag hinter dem Segel
Ich laufe früh aus.
Es ist nebelig und eine eigenartige Stimmung auf dem Wasser. Die See
ist ruhig und es weht ein leichter Wind aus Nord. Ich kann den
Autopiloten sehr gut einsetzen und koche mir ein zweites Frühstück;
Eier, Speck und Bratkartoffeln. Langsam wird die Sicht besser und der
Tag immer wärmer. Der Wind bleibt unverändert wenig. Mir ist das
ganz recht. Ich lasse den Autopiloten sein Ding machen und spanne
meine Hängematte auf dem Vorschiff auf. Dort verbringe ich die ganze
Fahrt im Schatten der Genoa und lese. Ein paar mal halte ich nach Quallen
Ausschau und wenn das Wasser einigermaßen frei ist nehme ich ein
Bad. Das heißt ich springe vom Bug ins Wasser und steige am Heck
wieder zu. Solche Aktionen sind natürlich nur bei Flaute erlaubt, zu
leicht könnte ich sonst mein Schiffchen verpassen und wäre in
großen Schwierigkeiten so weit draußen in der Ostsee.
Es tut gut wieder weiter zu Fahren. Wenn ich zu lange in einem Hafen bin bekomme ich immer schlechte Laune. Dann fällt mir auf wie sehr ich meine Freundin Sarah, mein zu Hause in Köln und meine Freunde vermisse. Sogar die Arbeit vermisse ich ein bisschen!
Sarah sagt immer das sei ein gutes Zeichen. Ich will das auch so sehen aber noch bin ich unter Wegs, noch kann ich unbekannten Zielen entgegensteuern und will es auch tun. Immerhin hat es einige Kraft und Organisation gekostet, dass ich soooo lange fahren darf!
Insgesamt bin ich mal wieder 10 Stunden auf dem Wasser. Der Wind schläft immer wieder ein und ich komme nur im Schneckentempo voran. Mir macht das nichts und segel tapfer weiter während andere Boote längst die Maschinen angeschmissen haben. Was mich allerdings ärgert ist, dass es auf den letzten 2 Seemeilen doch noch Aufbriest. Gerade als ich mich und die Illub klar gemacht habe um im Hafen fest zu machen. 5 Minuten zu früh!
Samstag, 15. August 2015
Tag 55 Abreise, zurück zum Einhandsegeln
Es wird mal wieder
ausgeschlafen. Der gestrige Abend war recht lang. Außerdem sind die
Erwartungen an den Tag nur mittelmäßig. Wir müssen Packen und mein
Vater zieht aus. Für Ihn heisst es dann 700Km Autobahn bis er zu
Hause ist und Ich möchte wieder Klarschiff haben bevor ich auslaufe.
Es ist schon immer wieder eine Umstellung vom Passagierschiff zu
meiner Einhandordnung. Der Wind steht mal wieder ungünstig und so
vertrödel ich den Tag. Pünktlich zur Abreise von meinem Papa fängt es an zu regnen. Gute Heimfahrt und vielen Dank für Deinen Besuch!
Freitag, 14. August 2015
Tag 54 Die Ost-Düse zum Geburtstag
Morgens ist mein
Vatter ungewöhnlich lange beim Hafenmeister. Wie erwartet bläst der
Wind wie sau! Es sei die Ost-Düse und sehr ungemütlich draußen.
Wir hatten das ja schon erwartet und so macht sich mein alter Herr
auf sein Auto aus Tönning zu holen. Mit öffentlichem Verkehr
einigen Pannen mit einem Ersatzbus und 60 Minuten Aufenthalt in
Flensburg ist er nach ca. 9 Stunden zurück. In anbetracht der
Tatsache das es „nur“ 100km für einen Weg sind, ganz schön
lange! Ich verbringe den Tag ziemlich faul mit lesen und schlafen.
Ein Highlight ist, als ich die Mole vor dem Hafen rausklettere und
mitten in den Wellenbrechern stehe. Von weitem hat es so ausgesehen
als würde man mit ein paar Sprizern konfrontiert werden aber da habe
ich mich gründlich getäuscht. In der Größenordnung von Badewannen
wird Wasser über mich gegossen und es ist manchmal auch ein bisschen
schwer nicht weggespült zu werden. Klatschnass komme ich zurück auf
die Illub und verkriche mich in die Koje.
Donnerstag, 13. August 2015
Tag 53 Jamas (grich. Prost)
Der Wind, der über
Nacht so geblasen hat, ist morgens verschwunden. Der Wetterbericht
sagt Flaute und Sonne voraus. Wir bleiben hier, machen nach dem
Fühstück noch ein Schläfchen und wandern dann zum Fähranleger um
beim An- und Ablegen zuzuschauen. Neben dem Hafenbecken ist auch ein
kleiner Strand an dem wir es uns am Nachmittag gemütlich machen –
Urlaub.
Dieser kleine Hafen
hat es uns angetan und da der Wind am Nachmittag komplett
eingeschlafen ist, entscheiden wir kurzerhand noch eine Nacht zu
bleiben. Für den nächsten Tag ist allerdings Starkwind
vorhergesagt, so dass es bedeutet das hier die Reise mit meinem Vater
zu Ende geht. Als würdigen Abschluss kredenze ich meinem Vater ein
besonderes Getränk. Den eigens gebrauten grichischen Honigschnapps
von Vangelis und Cosmas aus Köln (die Namen könnten allerdings
erheblich falsch geschrieben sein). Die beiden betreiben an meiner
alten Adresse in der Siebachstraße ein griechisches Restaurant
„JAMAS“. Eines Abends präsentierte uns Vangelis seine neue
Kreation und als er von meinem Vorhaben mit der Illub hörte und dass
ich meinen Vater an Bord hätte hat er mir ein Fläschen seines
vorzüglichen, aber gefährlichen, Getränks spendiert. Hervorragend!
Wer mal in Köln gut und griechisch essen möchte, der sollte auf
jeden Fall das Jamas in Nippes an der Siebachstraße besuchen!
Die gierigen und fauchenden Schwäne.
Sehen vielleicht gut aus, haben aber einen miesen Charakter!
Diese Kollegen hingegen sind eher ruhigerer Natur und mögen Dinge eher langsam angehen. Zum Beispiel das Bergsteigen, wie man eindrucksvoll im Blog meines Bruders Nachlesen kann wwwBuschnick.net
Mittwoch, 12. August 2015
Tag 52 kleiner Hafen, stilles Wasser
Obwohl wir gestern
spät im Bett waren versuchen wir zeitig los zu kommen. Der Wind soll
ab Mittag einschlafen und wir wollen wenigstens etwas segeln. Das
Vorhaben gelingt mäßig, denn die erste Strecke des Weges müssen
wir in einem relativ schmalen Fahrwasser bleiben. Natürlich fahren
wir genau gegen den Nord-Ost-Wind und als wir Platz genug haben den
Kurs etwas zu verändern schläft der Wind auch schon ein. Trotzdem
juckeln wir noch 3 Stunden unter Segeln herum und schaffen ganze 5sm,
also 9,26Km! Die restlichen 12sm fahren wir unter Motor und mit
Autopilot. Es ist zwar laut aber die Sonne steht schön und tief und
wir halten Kurs West. Jeder hängt seinen Gedanken nach, macht ein
Nickerchen oder schaut einfach auf das Wasser.
Gegen 19:00h machen
wir in Fynhav fest. Beide sind wir sehr angetan von diesem kleinen
gemütlichen Hafen. Wir finden auch wieder einen Steg an dem wir
längsseits gehen können und somit die lästigen Boxen zu umgehen.
Wobei ich hierzu sagen muss, das ich auch das Boxen-Manöver langsam
aber sicher in den Griff bekomme – zumindest bei wenig Wind. Ich
tauche in dem wunderbar klaren Wasser unter mein Schiff und will mir
die Schraube und den Tiefenmesser ansehen. Ohne Taucherbrille heißt
'ansehen' aber nicht viel und so finde ich nicht heraus warum mir
neben den korrekten Wassertiefen immer wieder Panik verursachende
Werte gezeigt werden. Ich glaube die Illub muss dringend mal an Land
und genauer untersucht werden.
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